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Trauer um Irmgard Grünke

Erinnerung an Frau Irmgard Grünke

Ende Januar ist Irmgard Grünke in Everswinkel im Alter von 89 Jahren gestorben. Irmgard Grünke gehört für mich zu den prägenden Persönlichkeiten der Geschichte der früheren Gemeinde Preußen. Sie selbst stammte aus einer sehr traditionell frommen Familie. In ihrer Person wollte sie die Tradition der Gebetsvereine mit der örtlichen Kirchengemeinde Preußen zusammen bringen. Dabei waren ihr die Menschen in der Gemeinde immer wichtiger als Traditionen oder Ämter.
Irmgard Grünke war von 1972 bis nach 1984 Presbyterin für den Pfarrbezirk Oberbecker. Als Presbyterin war sie bemüht, Kritikpunkte auch an der Tätigkeit der Pfarrer konkret anzusprechen. Sie ließ sich in die Dienstrunde der Pfarrer einladen und brachte dann ihr Anliegen vor. Das hat die damaligen Pfarrer auf viele Dinge aufmerksam gemacht und oft zu Verbesserungen in der Arbeit geführt.
Als Presbyterin war sie für die Diakonie und damit für die jährlichen Hilfspakete für arme Gemeindeglieder zu Weihnachten zuständig. Sie wusste, welche Not in den Familien herrschte und wie den Familien zu helfen war.
Die langjährige Partnerschaft der Gemeinde mit dem Diakonissenkrankenhaus in Dresden geht auf Irmgard Grünke zurück. In einer landeskirchlichen Kollekte war für dieses Diakonissenkrankenhaus gesammelt worden. Ein paar Monate später schrieb Irmgard Grünke einen Brief nach Dresden (in die damalige DDR): „Habt Ihr unser Geld bekommen?“ In Dresden konnte man sich verständlicherweise nicht an die Einzelspende aus Lünen erinnern. So beschloss das Presbyterium: „Wir wollen sofort auf direktem Weg helfen.“ Irmgard Grünke fuhr nach Dresden, besuchte das Diakonissenkrankenhaus und stellte den Kontakt mit dem damaligen Leiter Rektor Fink her. In Dresden war man über diese direkte Hilfe sehr dankbar (z.B. gebrauchte Rollstühle aus Lünen und auch so manche in der DDR begehrte DM-Banknote). Die Antependien in der Kirche Preußen in Lünen-Süd stammen auch aus Dresden. Sie wurden mit harter Westmark bezahlt und konnten dann in Dresden gut für das Krankenhaus verwendet werden. Denn für Westmark konnte man dort (fast) alles kaufen.

Irmgard Grünke gründete auch den Singekreis der Frauenhilfe Preußen. Frauen aus der Frauenhilfe studierten mehrstimmige Liedsätze ein und zogen zu runden Geburtstagen, zur Goldenen Hochzeit von Frauenhilfsmitgliedern zu den Häusern der Jubilare, um dort Ständchen zu bringen. Höhepunkt der Geschichte des Singekreises war eine Fahrt nach Borkum zu dem ehemaligen Preußen Pastor Siebel.

Als ihr Sohn mit Familie in Everswinkel ein Haus baute, zog sie mit ihrem Mann auch nach Everswinkel und war noch viele Jahre dort in der Kirchengemeinde aktiv. Ihre Liebe zu Preußen blieb erhalten. Ab und zu besuchte sie die alte Gemeinde, zuletzt zur Beerdigung der Frauenhilfsvorsitzenden Auguste Kostede und zum einhundertjährigen Gemeindejubiläum von Preußen.

Jürgen Lembke

 

Der Singekreis Frauenhilfe Preußen

 

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